Genre wird überbewertet.

Wenn man erlebt, wie positiv Publikum auf unterschiedliche Genre-Wechsel während einer Show reagiert, will man kaum glauben, wie schwierig es ist, etwas zu vermarkten, was nicht klar in eine Schublade einzuordnen ist. Nicht, weil die Mär deutscher Ordnungsliebe zuträfe, sondern weil viele Talentscouts und Marketingagenturen es nicht hinbekommen, ausserhalb etablierter Strukturen zu operieren. Eine Metal-Band darf nur Metal machen, weil sie in Metal-Magazinen beworben wird. Eine Pop-Gruppe darf nur seichten Pop spielen, weil sie radiokompatibel bleiben und eine sedierende Wirkung auf den Hörer ausüben soll, etc. bla bla...

Alles Pferde-A-A.

Musik lässt sich nicht in Schubladen sperren. Und einen künstlerischen Geist in seiner kreativen Freiheit zu beschränken, ist das bescheuertste, was man machen kann, weil dann das Endergebnis genau so klingen wird: limitiert. Das ist zumindest unsere Meinung.

Bei Dave Esser versuchen wir gezielt, aus Genre-Strukturen auszubrechen. Unser Songwriting-Prozess wird einzig und allein von der Doktrin beherrscht, dass es geil klingen muss. Ob wir Bock auf Boygroup, Thrash Metal oder Operette haben: wenn es geil klingt, machen wir's.

Dennoch: wenn unser Booker mit uns wirbt, braucht das Kind einen Namen, damit überarbeitete Veranstalter, die nur Press Kits überfliegen, statt reinzuhören, wissen, womit sie zu rechnen haben. Wir haben uns also dafür entschieden, wenn es gar nicht anders geht, unter der Flagge des Melodic Metal aufzutreten. Obwohl wir ja eigentlich ganz klar dem Hyper-Amped Symphonic PopCore zuzuordnen sind...